1951 - 1975

Das 50-jährige Bestehen des Vereins wurde vom 7.bis 9. Juli 1951 mit einem Festbankett, Ehrungen, einem nationalen Wettstreit im Ringen, Hammerwerfen und einem Tauziehwettbewerb der Ladenburger Vereine um einen Wanderpokal auf dem Sportplatz am Wasserturm durchgeführt. 1952 verlor der Verein seinen Ehrenvorsitzenden Hermann Müller sowie das Gründungsmitglied Max Lenthe durch einen Unglücksfall. Der Sportbetrieb hatte sich so ausgeweitet, dass Hermann Denu aus Mannheim als Trainer verpflichtet werden konnte. Diese Verpflichtung wirkte sich leistungssteigernd aus und sorgte für eine Belebung der Übungsabende. Mit einem 2. Tabellenplatz in der Verbandsrunde verpasste man nur knapp die Aufstiegskämpfe zur Oberliga.

1953 wurde auf dem Sportplatz ein Hammerwurfturnier mit den Werferassen Cammissar, Hagenburger sowie den Olympiateilnehmern Storch und Wolf ausgetragen. Nach diesem Wettbewerb wurde zum 3. Mal der Wanderpokal im Tauziehen unter den Ladenburger Vereinen vergeben. Der Pokal ging erwartungsgemäß in den Besitz des Vereins über. Der Auftritt der Musterriege wurde von den Zuschauern mit großem Applaus honoriert.

Obwohl der Verein sportlich sehr erfolgreich war und besonders der Breitensport gefördert wurde, war man finanziell in einer weniger günstigen Lage. Die Tauzieher mit ihrer Leichtgewichtsmannschaft und die Rundgewichtsriege waren bei Deutschen Meisterschaften sehr erfolgreich. Dies war in erster Linie ein Verdienst von Fritz Schmitt, der sowohl die Tauzieher trainierte, als auch Riegenführer war. Bei den örtlichen Festveranstaltungen waren die Auftritte der Musterriege immer eine gelungene und gern gesehene Einlage. Das Programm bei geselligen Veranstaltungen wurde fast ausschliesslich von eigenen Kräften bestritten. Theater-Sketche, wie zum Beispiel „Familie Kerbholz" oder „Wenn zwei sich lieben" konnten dabei aufgeführt werden. Beim Wintervergnügen 1956 wurde der Karlsruher Hammerwerfer Karl Wolf, ein gebürtiger Ladenburger, zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Nachdem Hermann Sauer das Amt als 1. Vorsitzender niederlegte, wurde Josef Grabenauer einstimmig als sein Nachfolger gewählt. Im März 1956 hatte der Verein den Tod seines Gründungsmitgliedes Franz Diemer zu beklagen. Die Ladenburger Sportvereine gründeten 1956 den Ortsausschuß für Leibesübungen, dem der ASV als Mitglied beitrat. Am 1. Ladenburger Sportfest, verbunden mit einem Staffellauf durch Ladenburg beteiligte sich daher auch unser Verein. Mit Mannschaftskämpfen im Ringen und Heben, sowie einem Tauziehwettbewerb konnte das Programm dieses Sportfestes zusätzlich bereichert werden.

Das Gewichtheben fand immer mehr Zuspruch, so dass der Verein eine kampfstarke Mannschaft stellen konnte. Für die dringend benötigte Wettkampfhantel führten die Mitglieder Wilhelm Katzenmaier und Leopold Müller in Ladenburg eine Sammlung durch. Diese Aktion brachte 608.-DM, ein Betrag der genügte, eine Scheibenhantel anzuschaffen.

In den 50er Jahren konnte man besonders die Jugend für den Kraftsport begeistern und den Breitensport im Verein pflegen. Im Jahre 1958 entschied die Ringermannschaft ihre Aufstiegskämpfe zur Oberliga für sich. Die Hebermannschaft wurde Kreismeister und schaffte damit den Sprung in die Landesliga. In dieser Klasse konnte sie im Jahre 1959 ungeschlagen den Meistertitel gewinnen. Dies war auch die Zeit, in der man die sportlichen Beziehungen mit den Ringermannschaften von Innsbruck und Basel vertiefte. Begegnungen mit diesen Mannschaften waren immer besondere Ereignisse, über die noch lange geredet wurde. Die Erfolge des ASV sorgten für Schlagzeilen in der Presse und auch die geselligen Veranstaltungen waren Höhepunkte im Vereinsgeschehen. 1959 war ein ganz großes Jahr für die Tauzieher und die Musterriegen. Unter l8 Tauziehmannschaften konnte die Leichtgewichtsmannschaft in Oßweil einen Deutschen Meistertitel mit nach Ladenburg bringen und die Musterriege unter 26 teilnehmenden Riegen einen 2. Platz erkämpfen. Für diese Leistungen wurden Carque, Freund, Heckmann, Helmling, Jahnkuhn, Saroczak, Sauer, Seidel, Stähle und Trainer Fritz Schmitt mit der Vereinsehrennadel ausgezeichnet.

1960 wurde anläßlich eines Freundschaftskampfes gegen Innsbruck der langjährige Vorsitzende Josef Grabenauer zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Die Nachwuchsarbeit von Karl Scherb hatte sehr bald erste Erfolge zu verzeichnen. So wurden schon 1961 Fritz Breuninger und Fritz Sauer in die Badische Jugendländermannschaft berufen. Aber auch Nachwuchsringer wie Dieter Gärtner, Bernhard Ott, Werner Rapp, Franz Rapp, Gerhard Ries, Dieter Scherb, um nur einige zu nennen, waren Früchte seiner Jugendarbeit.

Für die gefallenen Sportkameraden des 2. Weltkrieges wurde auf Anregung von Karl Hessenthaler eine Ehrentafel angefertigt. Rudolf Beckenbach hat diese Tafel kostenlos als Geschenk seines Vaters Karl Beckenbach entworfen, angefertigt und dem Verein zur Verfügung gestellt.

Immer wieder wurden Ladenburger Ringer in die Jugendländermannschaft berufen. Mit Nordbaden erkämpfte man 1963 den Jugendländerpokal. Fritz Breuninger, Fritz Sauer und Werner Rapp waren in der Siegermannschaft eingesetzt. Für diesen Erfolg erhielten die Teilnehmer vom Verband eine Armbanduhr und Fritz Sauer wurde als technisch bester Ringer des Turniers geehrt. Es war aber auch das Gründungsjahr der Gesamtbadischen Gruppenliga mit 8 Mannschaften, in der Brötzingen, Freiburg-Haslach, Hornberg, Ladenburg, Freiburg-St. Georgen, Tennenbronn, Viernheim und Wiesental starteten. Diese Liga sollte dann im Folgejahr auf 10 Mannschaften erhöht werden. Diese neue Einteilung hatte für den Verein eine höhere finanzielle Belastung durch weite Fahrten und teuere Kampfrichter zur Folge, außerdem musste die Ringermatte vergrößert und ein neues Mattentuch angeschafft werden.

Überschattet wurde dieses Erfolgsjahr durch den Unfalltod des Ehrenvorsitzenden Josef Grabenauer. Der Verein hatte dadurch einen seiner fähigsten Funktionäre verloren.

Das Jahr 1964 war wieder einmal gekennzeichnet von den sportlichen Erfolgen seiner Aktiven. Die Hebermannschaft überschritt erstmals in der Vereinsgeschichte die 40-Zentnergrenze und schaffte damit die Voraussetzungen für eine weitere Meisterschaft. In Karlsruhe konnten die Tauzieher gleich zwei Deutsche Meisterschaften gewinnen. Die Senioren im Leichtgewicht mit Breuninger, Freund, Mahner, Ott, Rapp und Saroczak, sowie die Jugendmannschaft mit Dieter Gärtner, Fritz Hibschenberger, Bernhard Ott, Werner Rapp, Fritz Sauer und Fritz Speicher. Gekrönt wurde dieses Erfolgsjahr durch den Ringer Fritz Sauer, der am 17.07.64 in Bad Salzgitter in der Klasse bis 73 kg unter 28 Konkurrenten Deutscher Jugendmeister wurde. Mit einem Triumphzug durch Ladenburg wurde er als erster deutscher Jugendmeister des Vereins gefeiert. Dieser Erfolg war natürlich das Glanzstück der Jugendarbeit von Karl Scherb.

In diesem Jahr verstarb das Ehrenmitglied Karl Joachim. Mit ihm verlor der Verein erneut einen großen Idealisten, Funktionär und Gönner.

Am 28.08.65 nahm der ASV Ladenburg mit 3 Tauziehmannschaften an den Deutschen Meisterschaften in Darmstadt teil. Unter 18 angetretenen Mannschaften konnten die Leichtgewichtler einen weiteren Meistertitel für Ladenburg erkämpfen.

Auch die Heber wurden für ihren Trainingsfleiß belohnt. Dies unterstrichen die Erfolge von Fritz Lackner als Nordbadischer Juniorenmeister und Hermann Engel und Peter Walenda mit 2. Plätzen. Walter Engel wurde sowohl in Nordbaden als auch bei den Deutschen Meisterschaften jeweils 2. Sieger. Zur Verbesserung der Technik unserer Heber wurden von dem Weltmeister und Olympiasieger Tomy Kono mehrere Übungsabende abgehalten.

Über die Osterfeiertage 1970 hatte unsere Ringerstaffel die Mannschaft vom Ringclub Abyhoy/Dänemark zu Gast. Der Kampf, den unsere Ringeracht für sich entscheiden konnte, war eine gut besuchte Werbeveranstaltung. Leider konnte der Rückkampf aus Kostengründen nicht ausgetragen werden.

Erstmals seit vielen Jahren wurde 1970 ein Vereinsausflug in die Pfalz gestartet. Die 92 Teilnehmer waren sich einig, auch in den kommenden Jahren diesen netten Brauch zu pflegen. Gesellige Veranstaltungen wie das Wintervergnügen, Rosenmontagsball und Weihnachtsfeiern waren zu dieser Zeit immer wieder Höhepunkte im Vereinsgeschehen, die neben den sportlichen Aktivität gepflegt wurden.

Als Ausrichter von Meisterschaften hatte sich der Verein einen guten Namen erworben, daher wurden wir nach den Nordbadischen Meisterschaften 1970 auch mit der Durchführung der Kreismeisterschaften 1971 beauftragt.

Die Einweihung der Lobdengauhalle fand am 08.10.72 statt. Der Verein konnte als sportlichen Repräsentanten den mehrfachen Deutschen Mannschaftsmeister VfK Schifferstadt zu einem Freundschaftskampf verpflichten. Sämtliche Ringer- Asse des VfK waren nach Ladenburg gekommen und ca. 1.200 Zuschauer füllten die Lobdengauhalle, um diesen Freundschaftskampf zu sehen, den die Gäste für sich entscheiden konnten.

1974 war das Gründungsjahr des Baden- Württembergischen Gewichtheberverbandes, der sich damit vom Nordbadischen Schwerathletikverband losgelöst hatte. Diese Trennung war allerdings mit zusätzlichen Ausgaben für den Verein verbunden.

Im Januar des gleichen Jahres wurde aus der Lobdengauhalle die Fernsehsendung „Räuber und Gendarm", bei der Karlheinz Fleck als Fernsehstar auftrat, übertragen. Die beiden Schülerringer Jürgen Beyrer und Stefan Zier schulterten in dieser Sendung den Schlagerstar Roberto Blanco.

Eine weitere hochklassige Veranstaltung des Vereins waren die Deutschen Juniorenmeisterschaften im Mai 1974. Es waren 101 Teilnehmer am Start und während der Meisterschaft wurden für 20 Kampfrichter die Bundeslizenzprüfung abgenommen. Für die Offiziellen des Deutschen Ringerbundes, die Kampfrichter und Funktionäre fand ein Empfang im Kaiserkeller durch Herrn Bürgermeister Schulz statt.

Am 1. Ladenburger Altstadtfest im September 1974 beteiligte sich der Verein mit einer Straußwirtschaft im Hinterhof des Anwesens der Familie Höflein in der Kirchenstraße. Gegrillte Steaks und Bier vom Faß fanden guten Zuspruch. Im November war dann ein geselliger Abend für die Aktiven und Helfer bei den Deutschen Meisterschaften und des Altstadtfestes fällig. Im Kaiserkeller des Liederkranzes herrschte an diesem Abend bei musikalischer Unterhaltung, Essen und Getränke eine ausgezeichnete Stimmung.

Zum Beleben des Übungsbetriebs  und zur Leistungssteigerung beschloß man für die Abteilungen je einen Trainer einzusetzen. Als Hebertrainer konnte Rudolf Koslowski, Teilnehmer der polnischen Olympiamannschaft und 2. bei den Weltmeisterschaften, für das Ringen Horst Hofmann und für den Rasenkraftsport Franz Schmidt gewonnen werden.

Erstmals in Ladenburg konnten am 30.08.75 die Nordbadischen Meisterschaften im Rasenkraftsport ausgerichtet werden. Hier war der erste große Auftritt der Ladenburger Bundesligisten, und sowohl die Aktiven als auch die Verantwortlichen des Verbandes zeigten ihre Zufriedenheit mit der Wettkampfstätte auf dem Neckarvorland.